Digitalisierung im Baugewerbe: Startup PlanRadar sorgt für Einfachheit und Effizienz

„Bauen, bauen, bauen!“ – Angesichts der aktuellen Wohnungsnot in zahlreichen deutschen Großstädten dürfen sich Bauunternehmen über jede Menge Arbeit und volle Auftragsbücher freuen. Davon profitieren auch Startups. Denn in puncto Digitalisierung können selbst Bauriesen noch einiges von jungen Unternehmern lernen. Wir haben mit einem gesprochen, der es wissen muss. Ibrahim Imam ist Mitgründer von PlanRadar – ein Startup, das sich auf die digitale Dokumentation sowie Aufgaben- und Mängelmanagement im Baugewerbe spezialisiert hat. Auf den neuen „papierlosen“ Baustellen können Architekten, Bauleiter und Handwerker alle Bauzeichnungen jederzeit online einsehen und kommentieren. Das erleichtert den Austausch, steigert die Effizienz und sorgt bei Mängeln für Sicherheit. Inzwischen werden jede Woche mehr als 25.000 Projekte in über 40 Ländern mit der Software von PlanRadar abgewickelt.

Ibrahim, mit PlanRadar konntet ihr bereits große Bauunternehmen wie STRABAG als Kunden gewinnen. Wie habt ihr sprichwörtlich den Fuß in die Tür bekommen?

Im Normalfall starten wir die Zusammenarbeit mit Konzernen immer im Rahmen eines gemeinsam definierten Pilotprojektes. Dadurch lernen wir einerseits die Bedürfnisse des Kunden noch besser kennen. Vor allem aber können die User die Vorteile von PlanRadar in der täglichen Praxis ausgiebig testen und erleben. Bietet man dann ein Produkt, welches notwendige Arbeitsprozesse vereinfacht und effizienter gestaltet, ist es eine klassische Win-Win-Situation.

Kannst du uns etwas mehr über die Kooperation mit STRABAG oder einem anderen etablierten Unternehmen berichten? Wie habt ihr euch kennengelernt? Gab es bestimmte Hürden, die ihr zunächst überwinden musstet?

Da PlanRadar ein sehr selbsterklärendes, „schulungsfreies“ Produkt ist, haben wir den Großteil unserer Kunden nie persönlich kennengelernt. Üblicherweise beginnt die Zusammenarbeit immer mit dem unverbindlichen Test von PlanRadar, den man über den Registrierungslink auf unserer Webseite kostenlos starten kann. Gerade bei Konzernkunden gibt es natürlich einige Anforderungen, die zu erfüllen sind, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der diversen Abteilungen (Fachabteilung, IT, Einkauf, etc.) zu entsprechen. Hat man diese erfolgreich gemeistert, kommt PlanRadar in den unterschiedlichsten Anwendungsfällen (Dokumentation, Taskmanagement, Mängelmanagement, etc.) konzernweit zum Einsatz.

Wie sieht es mit der Bereitschaft der Mitarbeiter aus, ihre Arbeitsprozesse anzupassen und PlanRadar zu nutzen?

In vielen Unternehmen gibt es natürlich festgefahrene Strukturen und Arbeitsprozesse. Diese haben verständlicherweise auch ihre Daseinsberechtigung, zumal das Unternehmen ja existiert und wirtschaftet. Es bedarf also schon ein wenig Überzeugungsarbeit. Wenn wir es als Anbieter schaffen, Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass PlanRadar ihre tägliche Arbeit vereinfacht, sie schneller und effizienter arbeiten können, ohne dass ein großartiges Umdenken oder langwierige Schulungen notwendig sind, sind die meisten gewillt Neues auszuprobieren, ihre Prozesse anzupassen und PlanRadar im Daily Business auch anzuwenden. Das durchweg positive Feedback bestätigt uns zudem, dass wir hier den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Auf welche Herausforderungen sollten sich Startups einstellen, die in der Baubranche erfolgreich werden wollen?

Die Baubranche zählt nach wie vor zu den am wenigsten digitalisierten Branchen. Aufgrund der ausgezeichneten Auftragslage des gesamten Bau- und Immobiliensektors in den vergangenen Jahren ist oft der Druck, die Produktivität zu erhöhen, oder die Bereitschaft zur Veränderung nicht so hoch wie in anderen Branchen. Umso mehr freut es uns, dass viele Unternehmen aus der Bau- und Immobilienbranche sich dafür entscheiden, mit PlanRadar den ersten Schritt in Richtung Digitalisierung zu beschreiten.

Oft wird von Seiten der Startups moniert, dass die Prozesse in etablierten Unternehmen zu langwierig sind. Nimmst du das auch so wahr? Wie geht ihr damit um? Was würdet ihr euch von den Unternehmen wünschen?

So pauschal kann man das natürlich nicht sagen. Es stimmt aber mit Sicherheit, dass neue Ideen speziell bei großen Unternehmen erstmal ihre Stufen durchlaufen müssen, bis sie dann bei der richtigen Person landen. Hier ist aus meiner Sicht der beste Weg, mit dem richtigen Fingerspitzengefühl zu agieren und Geduld zu beweisen. Umgekehrt ist es natürlich wünschenswert, wenn sich auch Konzerne versuchen in die Lage der Startups zu versetzen und Innovation entsprechend zulassen.

Gibt es noch andere Bereiche, in denen etablierte Unternehmen von PlanRadar und anderen Startups lernen könnten?

Eine offene Kommunikation und flache Hierarchien sind essenziell für die meisten jungen Unternehmen. Prozesse und Entscheidungen können überlegt, aber dennoch rasch getroffen werden; in der heutigen Zeit ein extremer Vorteil, wenn man bedenkt wie schnelllebig unsere Gesellschaft ist. Niemals stehen bleiben und immer am Puls der Zeit sein. – Nur so stellt man sicher, dass das beste Produkt auch morgen noch auf der Überholspur bleibt.

Was hast du persönlich in der Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen in den letzten Jahren gelernt?

Ganz gleich ob Großunternehmen oder Startup: Letztendlich geht es um die Menschen, die dahinterstehen. Unabhängig von der Unternehmensgröße beschäftigen sich diese immer mit sehr ähnlichen Themenstellungen. Schafft man es die dahinterstehenden Menschen auf beiden Seiten an einen Tisch zu bekommen, kann daraus Mehrwert für beide entstehen.

Infos & Kontakt:

Website: www.planradar.com

Facebook: www.facebook.com/PlanRadar

Lindedin: www.linkedin.com/in/ibrahim-imam/

Über Ambivation
Ambivation verbindet innovative Unternehmen und Startups für Innovations-Partnerschaften. Dabei forciert Ambivation als Innovationsberatung und Matchmaker die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups im Rahmen von konkreten Kunden-, Lieferanten- und Forschungspartnerschaften. Wir unterstützen Unternehmen bei der Bedarfsidentifikation, Startupidentifikation, Startupbewertung und Kooperationsanbahnung mit Startups. Dazu dienen Formate wie beispielsweise die Recherche von relevanten Startups, ein Startup-Monitoring, strategische Kooperationsberatung oder Eventformate wie Startup Touren. Unser monatliche Newsletter informiert Sie über aktuelle Kooperationsbeispiele und Events zu diesen Kooperationen.