KI-generierte Bilder: Open Wonder unterstützt etablierte Unternehmen bei konsistenter Markenkommunikation
KI optimal einsetzen – für viele mittelständische Unternehmen, aber auch Konzerne, ist und bleibt das eine große Herausforderung. Beim Thema Bildsprache fällt das dem allgemeinen Publikum besonders schnell auf. Einzelne KI-generierte Bilder sehen oft gut aus, doch über Märkte, Kanäle und Formate hinweg entstehen schnell Inkonsistenzen. Hier setzt Open Wonder an: Das Team übersetzt das Markenwissen seiner Kunden in einen maschinenlesbaren „Brand Layer“, der sicherstellt, dass jeder KI-Output die Marke konsistent widerspiegelt. Tim Herzog, Co-Founder und CEO bei Open Wonder, gibt im Interview exklusive Einblicke und berichtet von der aktuellen Kooperation mit PSI Software SE – einem führenden Anbieter für Software zur Steuerung kritischer Infrastruktur.
Das Erstellen von Bildern mit KI scheint heute unglaublich einfach und schwierig zugleich. Jeder kann mitmachen und doch sind die Ergebnisse oft nicht so zufriedenstellend. Warum setzen große Kooperationspartner auf euch?
Weil generische KI-Tools keine Marke kennen. FLORA oder Googles Nano Banana 2 liefern beeindruckende Einzelbilder, aber wenn eine internationale Marke Hunderte davon braucht, konsistent über alle Kanäle, Märkte und Formate, skaliert man Inkonsistenz. Open Wonder übersetzt das Markenwissen eines Unternehmens in eine maschinenlesbare Struktur, unseren Brand Layer. Jeder Output entsteht innerhalb der definierten Markenlogik. Für unsere Kunden, führende Marken aus E-Commerce, Healthcare und Consumer Goods, heißt das: intern skalieren, ohne die Kontrolle über die eigene Marke zu verlieren.

Evoto (c) Manuel Gutjahr
Wie/wann kam es zu eurer Gründung und wie lernt ihr die Entscheider bei so namhaften Unternehmen kennen?
Open Wonder wurde von unserem Team bei AN® entwickelt. Wir machen seit 2018 Markenarbeit für internationale Unternehmen, Strategie, Identity, digitale Plattformen, und haben dabei immer das gleiche Muster gesehen: Marken werden strategisch sauber definiert, scheitern aber in der operativen Umsetzung. Mit generativer KI hat sich das verschärft. Dann haben wir unseren eigenen Execution-Layer automatisiert und so entstand unser Produkt. Die ersten Kontakte kamen aus dem bestehenden Netzwerk. Wir sprechen die Sprache der Brand- und Marketing-Entscheider, nicht nur die der IT. Das öffnet Türen, auch bei großen Konzernen.
Was unterscheidet euer Produkt von den Standard-KIs wie ChatGPT?
ChatGPT oder Claude sind starke Sprachmodelle, aber für Bilderstellung nicht gemacht. Und selbst State-of-the-Art-Bildgeneratoren wie Googles Nano Banana 2 liefern beeindruckende Ergebnisse, haben aber kein Konzept von Marke. Open Wonder ist von der Marke her gedacht. Unser Brand Layer erfasst eine Marke über acht Dimensionen, unter anderem Farbe, Typografie, Tonalität und macht dieses Wissen für generative Systeme nutzbar. Wir sind Foundation-Model-agnostisch, nutzen also pro Use Case das beste verfügbare Modell.
Aber der eigentliche Unterschied liegt woanders: Open Wonder schafft einen zentralen Ort, an dem das gesamte Markenwissen operativ verfügbar ist. Das Brand-Team definiert einmal, wie die Marke aussehen und kommunizieren soll. Danach kann jeder im Unternehmen damit arbeiten, auch Vertriebler, Produktmanager oder Landesgesellschaften, die keine Designer sind. Der Output bleibt on-brand, ohne dass jemand ein Briefing schreiben oder auf die Kreativabteilung warten muss.
Dazu integrieren wir uns in bestehende Enterprise-Prozesse: DSGVO-konform, EU-Infrastruktur in Frankfurt, SSO, Anbindung an DAM- und CMS-Systeme.
Kannst du uns über eine Kooperation, die du besonders spannend findest mehr erzählen? Was waren die Herausforderungen? Wie habt ihr diese gemeinsam bewältigt? Welche „kulturellen“ Unterschiede nimmst du wahr?
Eine spannende Kooperation ist die mit PSI Software SE, einem führenden Anbieter für Software zur Steuerung kritischer Infrastruktur. Die Anforderungen sind hoch, technologisch, strategisch und in Bezug auf Markenkonsistenz. PSI stand vor der Herausforderung, eine völlig neue Bildwelt zu erstellen und sie skalierbar und international einsetzbar zu machen. Ein inkonsistenter Auftritt hätte hier schnell an Glaubwürdigkeit gekostet. Die größte kulturelle Herausforderung: Geschwindigkeit. Wir denken in Wochen, ein börsennotiertes Technologieunternehmen in längeren Zyklen. Das muss man lernen. Unser Einstieg war bewusst strategisch: Positionierung, Struktur und ein modulares Designsystem als Grundlage. Darauf aufbauend haben wir die visuelle Welt systematisch mit Open Wonder entwickelt und als skalierbares System angelegt. Inzwischen wird die Bildproduktion dort konsistent und über verschiedene Anwendungen hinweg eingesetzt.

Was sind typische Punkte, die Unternehmen bei der Generierung/Nutzung von KI-Bildern übersehen? Welche Gefahren gehen damit einher? Gibt es Vorurteile gegenüber eurem Produkt? Wo ist aktuell noch Aufklärungsarbeit nötig?
Unternehmen unterschätzen, wie schnell generische KI ihre Marke verwässert. Wenn jede Abteilung und jeder Markt eigenständig mit FLORA oder Nano Banana arbeitet, entsteht visuelles Rauschen. Einzeln sehen die Bilder gut aus, zusammen erzählen sie keine kohärente Geschichte. Dazu kommen rechtliche Risiken: Urheberrecht, Datenschutz, wo Daten verarbeitet werden. Ein häufiges Vorurteil: KI-Bilder seien ein Spielzeug. Aber Open Wonder ersetzt keine Kreativen, es gibt ihnen Infrastruktur. Das Brand-Team definiert die Leitplanken, das System arbeitet darin.
Wie schafft ihr es, Standard-KIs voraus zu bleiben und euer USP zu bewahren?
Wir konkurrieren bewusst nicht mit Foundation Models. Wir bauen die Intelligenzschicht darüber. Unser Brand Layer sitzt zwischen den Modellen und dem Output. Wenn morgen ein besseres Modell erscheint, integrieren wir es, das Markenverständnis bleibt. In der Art, wie wir Marken formalisieren, stecken 15 Jahre Arbeit und hunderte Projekte. Das ist nicht einfach replizierbar. Langfristig bewegen wir uns zu einer agentischen Brand Operating Platform, die Marken operativ steuert.
Welche aktuellen Trends oder Herausforderungen siehst du aktuell für deine Branche?
Foundation Models verbessern sich wöchentlich. Das setzt Unternehmen unter Druck. Viele wissen, dass sie handeln müssen, aber nicht wie. Was fehlt, ist die Struktur und ein Partner, mit dem man über seine Herausforderungen sprechen kann. Wir kennen die Themen und wissen, wie man sie löst. Dann der AI Act: Für uns als EU-first Unternehmen ein Vorteil. Und der wichtigste Trend: die Verschiebung von Tools zu Agents. Der Agent der Zukunft versteht den gesamten Markenkontext, plant Kampagnen und liefert Assets direkt in die Systeme, in denen Teams arbeiten. Genau das bauen wir.
Kontakt
Webseite: www.openwonder.com
LinkedIn: Tim Herzog