Nachhaltige Batteriespeicher: Voltfang und Deutsche Leasing treiben die Transformation im Mittelstand voran

Die Energiewende stellt besonders den deutschen Mittelstand vor große Herausforderungen – schwankende Stromversorgung bei Wind- und Sonnenenergie, steigende Strompreise und wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit. Batteriespeicherlösungen gelten deshalb als Schlüsseltechnologie: Sie machen Unternehmen unabhängiger, erhöhen die Versorgungssicherheit und verbessern zugleich die Klimabilanz. Genau hier setzt Voltfang an. Das Aachener Startup entwickelt nachhaltige Batteriespeicher aus ungenutzten Batterien sowie Second-Life-Batterien aus der Automobilbranche. Seit Kurzem arbeitet das Team eng mit der Deutschen Leasing sowie deren CVC-Einheit vent.io zusammen. Im Gespräch mit Ambivation erklärt Mitgründer David Oudsandji, warum der Mittelstand jetzt auf Speicherlösungen (BESS) setzt, wie Lithium-Ionen-Batterien eine zweite Chance bekommen und was die Partnerschaft mit der Deutschen Leasing für ihn und sein Team bedeutet.

David, warum sind Batteriespeicher für eine nachhaltige Energieversorgung so wichtig?

Auf der einen Seite möchten wir in Deutschland die Energiewende vorantreiben und bis 2045 Klimaneutralität erreichen. Andererseits gibt es auf diesem Weg noch viele ungelöste Fragen. Vor allem: Wie schaffen wir es, die Versorgungssicherheit herzustellen? Sonne und Wind stehen nicht immer dann zur Verfügung, wenn Strom gebraucht wird. In vielen Branchen gibt es zudem Tageszeiten oder Tage, an denen besonders viel Energie nötig ist. Wir arbeiten z. B. mit einer großen Supermarkt-Kette zusammen, die 10 Prozent ihrer Jahres-Stromkosten für die Versorgung an nur einem Tag bezahlen musste – dem heißesten Tag des Jahres.

Batteriespeicher gleichen solche Schwankungen bei Erzeugung und Bedarf aus und tragen insbesondere zur Lastspitzenkappung (Peak Shaving) bei. Zudem machen sie es möglich, eigene Solaranlagen auf dem Dach von Industriegebäuden in Betrieb zu nehmen und den so erzeugten Solarstrom auch dann zu nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Für Unternehmen heißt das: mehr Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen, eine bessere Planbarkeit und ein klarer Beitrag zum Klimaschutz.

Ihr versprecht euren Kunden besonders nachhaltige Speicher. Was zeichnet diese aus?

Wir nutzen für unsere Speicher ungenutzte Batterien und Second-Life-Batterien aus der Automobilbranche. Dadurch sparen wir wertvolle Ressourcen ein – ein echter Hebel für Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit! Die Batterien werden bei uns auf ihren State of Health überprüft. Dadurch wissen wir wieviel Restkapazität sie hat.  Außerdem wertet unser System auch im Betrieb im Sekundentakt alle relevanten Gesundheitsfaktoren aus.

Wie kommt es eigentlich dazu, dass es so viele ungenutzte Autobatterien gibt – nicht die Second-Life-Batterien, sondern die frischen?

Die Elektromobilität ist bisher einfach noch nicht so angelaufen, wie viele Hersteller sich das vorgestellt haben. Dadurch sind viele Fahrzeugbatterien übrig.

Manche Unternehmen betrachten den Einsatz gebrauchter Batterien als Risiko.

Wenn Second-Life-Batterien zu uns kommen, haben sie noch eine 80- bis 90-prozentige Restkapazität. Im Auto gibt es z. B. bei Beschleunigung viel stärkere Lastspitzen und somit eine viel höhere Belastung als im Batteriespeicher. Die meisten Batterien, die wir aktuell verbauen sind sogenannte New Life Module, die noch nie im Einsatz waren. Hier profitieren wir und unsere Kunden von der hohen Qualität der Automobilbatterien. Für den sicheren Einsatz der Batterien sorgt zudem ein 24/7-Monitoring. Und wir bieten bei jedem unserer Speicher eine zyklenunabhängige Garantie für 10 Jahre.

Überhaupt verstehen wir uns nicht nur als Hersteller von nachhaltigen Batteriespeichern, sondern als ganzheitlichen Lösungsanbieter. Indem wir die Speicher nicht nur bauen, sondern auch überwachen und die optimalen Einstellungen für die Stromversorgung vornehmen, sind wir quasi ein Dienstleister. So zeigen wir den Kunden beispielsweise, wie sie ihren Batteriespeicher besonders schonend und zugleich effizient nutzen können.

Wer sind eure Kunden?

Wir unterstützen verschiedene Supermarktketten, z. B. Aldi, Netto und La Familia, aber auch den Flughafen Stuttgart und Industriekunden wie Kerschgens, Kemapack und Myrenne. In Aachen haben wir einen netzdienlichen Speicher gebaut. Insgesamt haben wir aktuell über 380 Systeme im Feld.

Das klingt sehr gut! Heute wollen wir aber auch über eure Kooperation mit der Deutsche Leasing Gruppe sprechen. Wie kam es dazu?

Wir wurden direkt vom Investmentteam von vent.io angesprochen, der CVC-Einheit der Deutsche Leasing. Im Zuge eines VC-Roundtable-Events haben wir die Gespräche vertieft und schnell festgestellt, dass es viele Synergien gibt.

Ein Batteriespeicher kann für kleine und mittelständische Unternehmen schon eine große Investition sein. Durch das Leasing erhalten viel mehr Firmen die Möglichkeit, solche Projekte umzusetzen und z. B. den Strom aus einer eigenen Solaranlage auf dem Dach für sich zu nutzen.

Gleichzeitig können durch die Integration von Rabot Energy, einem weiteren Portfoliounternehmen von vent.io, dynamische Stromtarife genutzt werden. Das steigert die Wirtschaftlichkeit der Speicherlösungen zusätzlich und ermöglicht eine noch effizientere Nutzung von Solarstrom und Batteriespeichern.

Welche Benefits hat das Ganze für die Deutsche Leasing Gruppe?

Für die Deutsche Leasing bedeutet die Investition in uns die Ergänzung der bestehenden Assetklassen um einen topaktuellen Bereich. Das Team hat zuvor bereits festgestellt, dass gerade beim Mittelstand das Interesse und der Bedarf an Batteriespeichern wachsen. Wir sind da ein guter Partner, weil wir von der Beratung über die Technik bis hin zum Service alles bieten, was die Kunden brauche und somit in Kombination mit der Finanzierung die Einstiegshürde massiv senken.

Ich denke, die Deutsche Leasing Gruppe sieht sich in diesem Zusammenhang auch als eine Art Transformationsfinanzierer. Sie möchte nicht nur einzelne Speicher finanzieren, sondern komplette Infrastrukturen abdecken. Das wirkt sich natürlich positiv auf die Zufriedenheit der Kunden aus. Auch wenn unsere Kooperation gerade noch am Anfang steht freuen wir uns schon darauf, Teil davon zu sein.

Wie profitiert ihr als Startup?

Die DL Gruppe ist für uns ein hochinteressanter Partner, insofern dass sie bereits mit so vielen mittelständischen Unternehmen in Kontakt steht, die von unseren Lösungen profitieren könnten. vent.io unterstützt uns nicht nur mit einem Investment, sondern auch im Marketing, in der PR und durch die enge Kooperation und hilft uns so, den Vertrieb anzukurbeln.

Welche Rolle spielen die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei eurer Kooperation?

Natürlich ist alles besser, als eine funktionsfähige Batterie mit voller Kapazität oder zumindest 80 bis 90 Prozent Restkapazität wegzuwerfen. Für die Herstellung von Batterien werden wertvolle Rohstoffe benötigt, und das Recycling ist wahnsinnig kompliziert. Durch unsere Kooperation unterstützen wir gemeinsam mit der Deutsche Leasing Gruppe Unternehmen dabei, nachhaltiger zu agieren, Teil einer Kreislaufwirtschaft zu werden und ihre Klimaziele zu erreichen. Wichtig ist dabei aber letztendlich auch, dass sich das Ganze nicht nur in ökologischer, sondern auch in ökonomischer Hinsicht lohnt.

Kontakt

Webseite: voltfang.de

LinkedIn: David Oudsandji